
Die Düsseldorfer Designagentur „nowakteufelknyrim“ gestaltet und entwickelt mit ihren acht Mitarbeitern Visitenkarten, Bücher, Leit- und Orientierungssystem für Museen und Ausstellungen.
Irgendwann kamen sie bei der Konzeption einer neuen eigenen Geschäftsausstattung auf die Idee alte Briefumschläge und altes Papier weiter zu nutzen und daraus ein abwechslungsreiches, aber dennoch eingängiges Geschäftspapier zu erstellen.

Diverse wiederbelebte Umschläge
Petra Knyrim schreibt mir:
Wir wollten eine neue Geschäftsausstattung haben, weil wir unsere alte nicht mehr als zeitgemäß empfanden, und fanden es dann zeitgemäß nicht nur schön zu gestalten sondern mit der neuen Ausstattung auch eine Haltung zu kommunizieren und da wir auch unsere Kunden immer wieder versuchen zu überzeugen nachhaltig und klimapolitisch korrekt zu entscheiden, fanden wir die Recyclingdesigngeschäftsausstattung die schlüssigste Idee!
Mein erster Gedanke war jedoch auch, dass Kunden negative Eindrücke von den benutzten Umschlägen bekommen könnten. Mancher „Premiumkunde“ wird vielleicht auch abgeschreckt sein, oder ein anderer könnte es auch für Werbung oder Abfall halten und direkt in den Müll schmeissen. Auf Nachfrage bei der Agentur konnte mir Petra jedoch sagen, dass sie bisher keine negativen Erfahrungen oder Rückmeldungen diesbezüglich bekommen haben. Allerdings vermutet sie auch, dass diejenigen die es als Abfall oder unschön empfanden auch tendenziell eher nicht ihre Meinung dazu preisgeben.

Überdruckte Visitenkarten /Flyer aus Papierresten
Ich glaube man schlägt damit auch einen Spalt zwischen „für manche hässlich“ und „aber total sinnvoll und zeitgemäß“ – damit meine ich, dass man sicherlich aus „grüner Überzeugung“ bereit ist visuell Kompromisse einzugehen. Andere wiederum werden den Charme der benutzten und auch mit einer lebhaften Vergangenheit behafteten Umschläge mögen.
Darüber hinaus versucht die Agentur mit einer ökologischen und nachhaltigen Lebens- und Arbeitsweise das Umfeld und auch die Kunden zu überzeugen. So fahren sie mit dem Fahrrad ins Büro, beziehen ausschließlich Ökostrom, beraten ihre Kunden hin zu einem ökologisch bewussten Handeln usw.

CD-Hüllen z.B. aus Makulaturbögen od. alten Plakaten
Es ist schön zu sehen wie sich ökologische und nachhaltige Denkweisen auch langsam auf „Produzentenseite“ durchsetzen. Denn nicht nur der Endverbraucher muss bewusst handeln, auch der Produzent kann mitbestimmen wohin der „Hase“ laufen kann.
Beeindruckend ist aber auch, dass man so eine im Grunde „natürliche“ Aktion – also vorhandenes Material weiter zu nutzen – heutzutage explizit bewerben und herausstellen muss. Eigentlich ist dies der Lauf der Natur den viele in unserer Gesellschaft jedoch vergessen zu haben scheinen. Ich denke es ist im Sinne der Agentur wenn ich hiermit aufrufe es ihnen gleich zu tun und altes Papier weiterzuverwenden!
Hintergrundillustration
Daniel Hounsou von „nowakteufelknyrim“ hat aus der hauseigenen Recyclingdesign-Geschäftsausstattung für den ecolog eine Hintergrundillustration gestaltet.
Vielen Dank!
Website der Agentur


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Eine sehr gute Idee, bzw. Umsetzung.
Eigentlich ist es ja nicht wirklich etwas Neues. CD´s in alte bedruckte Papiere einzuschlagen macht bestimmt so mancher. Ich verschicke Bücher in Seiten gelesener Zeitung,….
Das jemand aber den Mut hat dies auch als Geschäftsauststattung zu nutzen, finde ich toll.
Als Geschäftsausstattung ist das wirklich mutig, weil es mit bestimmten CD-Regeln bricht und die Haltung anderen geradezu aufzwingt. Könnte durchaus auch mal anstrengend werden. Doch je mehr es kreativ machen, desto akzeptierter wird es. Vielleicht verstört es jetzt noch, doch das sorgt später sicher für einen (positiven) „Erinnerungsanker“. Die weitere Herausforderung liegt jedoch sicher in der ästhetischen Optimierung …
In meiner früheren Firma wurden auch immer die von meinen Zulieferern erhaltenen Versandverpackungen weiterverwendet: für Pakete an meine Kunden. Diesen Ästhetikbruch erläuterte immer ein extra Beipackzettel selbstbewusst, der auch zum Weiterverwenden des Second-Hand- als Third-Hand-Versandkarton appellierte. (Die Kunden erwarteten halt normalerweise immer nagelneue, „schicke“ Kartons von Firmen.) Das hatte gelegentlich für sympathisierenden Gesprächsstoff gesorgt, ablehnend hat sich nie einer geäußert. Privat mache ich es natürlich auch so, nur ohne Beipackzettel, denn mittlerweile ist dieses Denken bei Versandkartons doch schon Mainstream.
Für Briefumschläge, Hüllen, Visitenkarten etc. könnte man im Zuge des „Mainstreamisierung“ ja auch einen Stempel zur Erläuterung der Gebrauchtoptik/Haltung gestalten, den man dann auf die Innen- oder Außenseiten der Umschläge bzw. Rückseite der Visitenkarte anwendet.
Und: cooles neues ecolog-Kleid!
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von ecolog, nowakteufelknyrim erwähnt. nowakteufelknyrim sagte: recyclingdesign seen by eco-log.de: http://bit.ly/2Y2sWS #design #sustainable #CI #recycling [...]
Wer noch auf der Suche nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Geschenken ist, schaut am besten mal in unseren recyclingdesign Weihnachtsmarkt!
http://www.nowakteufelknyrim.de/?page_id=2322
Wir wünschen Euch eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr
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