Krise des Kinos – Revolution des Sehens?

Notizen zu Prof. Dr. Thomas Elsaessers Vortrag
›Die Tiefe des Raums oder der Angriff der Dinge‹

Still aus dem Trailer zu »The Final Destination«

Am 17. 06. 09 gingen die ›Digitalen Lektionen‹ in ihre letzte Runde. Die vom Filmforum NRW in Kooperation mit der ifs, internationale filmschule Köln, veranstalteten ›Digitalen Lektionen‹, das waren: »Vorträge, Gespräche, Präsentationen und Filme zum digitalen Bild«. Seit Januar untersuchten hier Filmemacher, Medienwissenschaftler und Spiele-Entwickler mit den jeweiligen Gästen »den Einfluss der Digitalisierung auf Produktionsabläufe und auf die Erzählstruktur und formale Gestaltung von Filmen«.

Nach einer würdigenden Einführung durch Herrn Gundolf Freyermuth (ifs), sprach der namhafte Filmwissenschaftler Thomas Elsaesser über Geschichte und Zukunft des 3d-Films und gestand diesem durchaus das Potenzial zum quasi-Standard von morgen zu. So erhellend war sein historischer Blick, klar dabei seine Perspektive auf die ästhetischen Konsequenzen …Der 3d-Film hat Geschichte
Über den 3d-Film sprechen erfordert insofern eine historische Perspektive, als der Wunsch, die Welt als Bild in drei Dimensionen zu sehen, ja bereits älter ist, als die Fotografie und der Film als bildgebende Medien selbst (Stichwort Zentralperspektive der Renaissance-Malerei). Mit der mechanischen Reproduzierbarkeit im 19. Jahrhundert fand dieser Wunsch einen erneuten Aufschwung, in Form von Stereoskopien. Die Stereoskopie ist ein Verfahren zur raumhaften Abbildung mittels zweier Halbbilder, die für jedes Auge getrennt aufbereitet und dargestellt werden (ein Bild vor das rechte Auge, ein zweites vor das linke). Elsaesser betont, dass diese Art von Raumbildern zu der Zeit ein Massenmedium war, das sich als Spielzeug in nahezu jedem Haushalt fand (allein die Fa. Underwood & Underwood publ. hätte 100.000e solcher Steresokopien vertrieben, die nicht selten erotische Motive zeigten).

Auch die Brüder Lumière beschäftigten sich mit der Stereoskopie und später dann mit Perspektive und der illusorischen Dreidimensionalität im Film. Ihre Anstrengungen mündeten nicht zufällig in dem Kurzstreifen »Der Zug« (1895), dessen Abbildung einer Zugeinfahrt in einen Bahnhof Richtung Kamera derart realistisch auf die nur wenig medienkompetenten Kinogänger gewirkt haben soll, dass diese aufsprangen und vor der ›nahenden‹ Maschine flüchteten. Schnell erwarb sich Film den Titel als ›plastic art in motion‹ (Ricciotto Canudo).

»Der Zug« (1895):

Die erste dritte Krise des Kinos
Seine erste Hoch-Zeit erlebte der 3d-Film aber erst in den 1950er Jahren. Bis dahin hatte das Medium Film bereits zwei ›Krisen‹ hinter sich. Nämlich die Ablösung des Stummfilms durch den Tonfilm und die Ablösung des Schwarz-Weiß-Films durch den Farbfilm. Sollte also der 3d-Film nun den ›konventionellen‹ Film ablösen? Elsaesser weist darauf hin, dass Medienumbrüche (Revolutionen / Krisen) erfahrungsgemäß sich folgenden Faktoren ›verdanken‹ können: technische Entwicklungen erneuern den Produktionsrahmen; der Absatz bricht ein und nötigt zu Innovation; neue Medien kommen auf und konkurrieren mit dem bisherigen Platzhirsch. In den besagten 1950ern traf Letzteres auf das Medium Bewegtbild zu. Neben dem aufkommenden Fernsehen suchten Filmschaffende und Kinobetreiber nach einem Mehrwert für die Cinema-Goers. Das farbanaglyphe 3d-Verfahren, das auch eine besondere Wiedergabetechnik erfordert, die auch heute noch kein Fernsehgerät leistet, sollte der Gimmick sein, für den es sich lohnte ins Kino zu gehen, anstatt vor dem heimischen TV zu verbleiben. Sogar Alfred Hitchcocks »Dial ›M‹ for Murder« (1954) ist ursprünglich für eine 3d-Wiedergabe produziert worden. Weitere nennenswerte Beispiele seien gewesen: »Bwana Devil« (1952), »House of Wax« mit Vincent Price (1953) und »Creature from the Black Lagoon« (1954), der im Anschluss an Elsaessers Vortrag im Original gezeigt wurde und für den ein Remake für 2011 angekündigt ist. Ende der 1960er versprach 3d ›realistische Erfahrungen‹ im Soft-Erotikfilm, wie beispielsweise mit »The Stewardesses« (1969), der tatsächlich der bisher einträglichste aller 3d-Filme war und dieses Jahr  als Deluxe Edition auf DVD veröffentlicht wurde.

Doppelposter zu den 3d-Filmen »Creature from the Black Lagoon« (1954) und »It came from Outer Space« (1953): »Filmed in 3rd Dimension«

Doppelposter zu den 3d-Filmen »Creature from the Black Lagoon« (1954) und »It came from Outer Space« (1953): »Filmed in 3rd Dimension«

Doch der 3d-Effekt war und ist bis dato eben nicht mehr als ein Gimmick. Der nachhaltige Erfolg blieb dem 3d-Film bisher verwehrt. Es ist ein nach wie vor teures Verfahren und die Möglichkeiten sind gleichsam sehr beschränkt. Wie auch Elsaesser bemerkt, kann man nicht neunzig Minuten Film allein damit füllen, dem Zuschauer Gegenstände entgegen springen zu lassen (wobei aktuelle Beispiele, wie die Neuauflage von »The Final Destination« in 3d, den Anspruch diesbezüglich nicht sonderlich hoch halten). Die Notwendigkeit der zum entsprechenden Wiedergabe-Verfahren passenden Brille für den Zuschauer ist ebenfalls ein andauerndes Spaß-Hemmnis am 3d-Film. Die vermeintliche Medien-Revolution blieb vorerst aus.

In der Folge, so Elsaesser, fanden vornehmlich nennenswerte künstlerische Auseinandersetzungen mit dem 3d-Sehen, dem Medium Stereoskopie und dem Film als Illusionsmaschine statt. So machte etwa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Ken Jacobs die ›3d-Technik‹ zu seinem philosophischen Spielzeug von zugleich historisch-kritischer Rückbezüglichkeit, mit Konzept-Filmen, die Abstraktion und Abbildung zugleich seien. In seinem jüngeren Werk »Capitalism Slavery« (2006) ›betreten‹ wir mit Jacobs eine antike Stereoskopie mit Baumwolle pflückenden Sklaven unter der Aufsicht eines berittenen Aufsehers: durch die isolierende Fotografie von deckungsgleichen Ausschnitten der beiden Steresokopie-Bilder und das Aneinander-Reihen derer zur Bildfolge entsteht der Eindruck von Tiefe und von Bewegung durch einen Raum, der eigentlich gar nicht da ist. Die Szene wird überaus lebendig und wir meinen inmitten der historischen Plantage zu stehen, gar uns um die Figuren zu bewegen – und das ohne Hilfsmittel wie der 3d-Brille.

Jacobs Film »Capitalism Slavery« zugrunde liegende Stereoskopie, vertrieben von Underwood & Underwood Publishers: Cotton is King—Plantation Scene, Georgia. Copyright 1895 by Strobmeyer & Wyman

Jacobs Film »Capitalism Slavery« zugrunde liegende Stereoskopie, vertrieben von Underwood & Underwood Publishers: Cotton is King—Plantation Scene, Georgia. Copyright 1895 by Strobmeyer & Wyman

Dritte Krise – zweiter ›Versuch‹
Seit neun Jahren nun ist das 20. Jahrhundert hinter uns – noch lange nicht aber der 3d-Film, ganz im Gegenteil: nach bekanntem Muster, ist Hollywood wieder fleißig am ›dreidimensionalisieren‹, im Angesicht von Absatz schmälernden Raubkopien und dem Internet als neuem Medien-Konkurrenten. Ob »Beowulf« (2007), »Monsters vs. Aliens« (2009) oder »U2-3d« (2007) – 3d ist auf dem Vormarsch, in allen Sparten, und spätestens mit »Up« (2009) gar, so kann man sagen, salonfähig geworden. »Up« war der erste 3d-Animationsfilm, der das Cannes Filmfest eröffnen durfte.

Wie aber steht es um den farbanaglyphen 3d-Film? Bleibt er nicht mehr als ein Schritt in der technischen Evolution zum fortwährenden 3d-Sehen? Steven Spielberg sei an der Entwicklung und Finanzierung einer brillenlosen 3d-Technik beteiligt, die unabhängig vom Wiedergabe-Verfahren funktioniere. Gerade heute, zu Zeiten der unterschiedlichsten Monitore, Flachbildschirme, Touchscreens, mobilen Displays und elektronischen Papiere, ist diese Aussicht von immenser Bedeutung. So erscheint es gar nicht unvorstellbar, dass 3d-Bilder zum neuen Standard werden und auch Elsaesser gesteht auf Nachfrage, dass er es für möglich hält, dass in absehbarer Zeit der ›konventionelle‹ Film zumindest nur als Nischenprodukt bestehen kann. Der These kommt entgegen, dass James Cameron, nach eigener Aussage, das Patent auf eine ›conversion technique‹ besitze, die jeden beliebigen ›konventionellen‹, also 2d-Film, in einen 3d-Film übersetze.

Hinzu käme heute, dass die ehemals viel stärker getrennten Industrien mehr und mehr die gleichen Technologien nutzten und sich vermehrt auch die entsprechenden Entwicklungskosten teilten. (Film / Design / Kunst / Militär / Architektur & Landschaftsplanung / Wissenschaft usw.) Im Kleineren (Hollywood & Militär) ist dieser Aspekt schon länger als so genannter ›military entertainment complex‹ bekannt. Entwickler können sich zurecht der vielfältigen Nutzbarkeit ihrer Produkte rühmen. Und so findet auch die Dreidimensionalität von Bildern mehrere Abnehmer. Überwachungs- und Aufklärungssysteme; Orientierungs- und Notfallpläne; Stadtplanung; Spiele- und Filmdesign usw. Wir als Zuschauer gehören also, wenn es nach ›denen‹ geht, auch dazu. Aber wollen wir das wirklich? Laut einer Umfrage der HFF sähe die Mehrheit der 14–60-jährigen 3d als Mehrwert für beispielsweise Dokumentationen, Actionfilme und das Science-Fiction-Genre.

Brauchen tun wir 3d hingegen keineswegs, es genügt ja, wie erwähnt, ein zentralperspektivisch gestaltetes Bild, um uns eine Raumwirkung zu suggerieren. Aber, so erklärt Elsaesser, die Maschinen bräuchten dieses Tool sehr wohl, wie auch die obigen Beispiele zeigen. Räumliche Abbildungen ließen sich von rechengesteuerten Systemen weitaus besser und einfacher dekodieren, haben sie drei und nicht nur zwei Dimensionen.

Das legt zumindest auch einen beruhigenden Gedanken nahe: Die Maschinen lassen sich (noch) nicht so leicht in die Irre führen, wie es dem menschlichen Auge tagtäglich passiert, dass vermehrt verwirrende Informationen an unser Gehirn sendet, das diese dann zu Trugbildern ›korrigiert‹. So gesehen sind zumindest die Maschinen noch in der Lage, die Bilder als Bilder zu sehen, wenn man in dem Fall einmal von ›Sehen‹ sprechen will.

3d also als Optik der totalen Kontrolle?
Die heutige Informationsgesellschaft, so schloss Elsaesser ab, sei vor allem eine visuelle und dadurch eben auch eine Kontrollgesellschaft. Bilder suggerieren uns stets eine beweisgebende Evidenz, der man sich nur schwerlich zu entziehen vermag. Bilder in 3d vermögen nun, einen totalen Blick auf uns und die Welt zu gewährleisten. In der Folge wird es noch schwerer fallen als heute schon, die Bilder zu sehen, als das was sie (nur) sind – Bilder eben; und Elsaesser spricht auch mit Harun Farocki, dem ›Phänomenologen der Bilder‹, wenn er sagt, dass das (3d-)Bild für uns zunehmend zur neuen Realität werden wird: zwischen uns und der Welt. So ließe sich auch ohne weiteres Farockis Ausspruch folgen, wir würden ›neu formatiert‹ …

»Wall-E« (2008)

»Wall-E« (2008)

Ganz so, wie es auch den Humanoiden im wundervollen »Wall-E« (2008) längst ergangen ist. In dieser herzerwärmenden 3d-Animations-Dystopie muss sich die Menschheit von einem Roboter retten lassen, der vielleicht nicht menschlicher ist als sie, aber zumindest, so zeigt sich: einen naiveren Blick auf uns und die Welt hat, als wir ihn wohl je wieder haben können …

Karsten Rohrbeck

Links
Digitale Lektionen
http://www.freyermuth.com/Projekte/Digitale_Lektionen/DL.html

Filmforum NRW
http://www.filmforumnrw.de/

ifs, internationale filmschule Köln
http://www.filmschule.de/Seiten/home.aspx

Thomas Elsaesser
http://home.hum.uva.nl/oz/elsaesser/

Gundolf S. Freyermuth (ifs)
http://www.freyermuth.com/

Ken Jacobs
http://www.eai.org/eai/artistTitles.htm?id=6877 &
http://www.starspangledtodeath.com/

Harun Farocki
http://www.farocki-film.de/

Filmbesprechungen allgemein
http://www.schnitt.de/
http://film-dienst.kim-info.de/
http://www.filmzentrale.com/
http://www.filmwirkungsanalyse.de/

Bildnachweis
oben: Still aus dem Trailer zu »The Final Destination«
http://www.apple.com/trailers/newline/thefinaldestination/

mitte oben: Doppelposter zu den 3d-Filmen »Creature from the Black Lagoon« (1954) und
»It came from Outer Space« (1953)

http://www.ioffer.com/i/39697751

mitte unten: »Capitalism Slavery« (2006) zugrunde liegende Stereoskopie, vertrieben von Underwood & Underwood Publishers: Cotton is King—Plantation Scene, Georgia. Copyright 1895 by Strobmeyer & Wyman
http://www.kurzfilmtage.de/fileadmin/Kurzfilmtage/Kurzfilmtage_2007/IW/S_CAPITALISM_SLAVERY.jpg

unten: Still aus »Wall-E« (2008)

http://adisney.go.com/disneyvideos/animatedfilms/wall-e/

http://www.walle-derfilm.de/


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mogli

»Voyeuristisches Garderobenmöbel – Das Rohmaterial Weide als natürlich Barriere inszeniert in puristischer Rahmenhandlung.«
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Die Ästhetik der Nachhaltigkeit

© encore

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»Lange Zeit war Öko-Mode gleichbedeutend mit “naturbelassen”, “keine Chemie” und „grün-alternativ“. Wenn man von einer ökologisch motivierten Ästhetik sprechen konnte, dann fand man sie am ehesten in den Nischen der Eine-Welt-Läden. Inzwischen ist längst klar: Plastik ist ökologisch manchmal besser als Jute. Gleichzeitig sind globale Themen wie der Klimawandel und die weltweite Ressourcenknappheit im politischen Mainstream angekommen. Verändern sich dadurch auch ästhetische Einstellungen? Schließlich spiegelt sich ein gesellschaftlicher Wertewandel immer auch im Design und der Mode. Gibt es eine neue Ästhetik der Nachhaltigkeit? Und was macht sie aus? « Quelle: SWR

Es diskutieren:
Bernd Draser, Philosoph, Ecosign/Akademie für Gestaltung, Köln
Prof. Nina Gellersen, Designerin, Hochschule Luzern
Mateo Kries, Chefkurator des Vitra Design Museums, Weil am Rhein
Gesprächsleitung: Gábor Paál

Hier gehts zum AudioBeitrag


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Zum Abschluss

Im ecosign-Projekt »Zum Abschluss« war es die Aufgabe, einen Diplom-Katalog für die Absolventen des Studiengangs Bildende Kunst der Alanus Hochschule zu gestalten. Daniel Hyngar ging es dabei vor allem darum, dem individuellen Künstler einen individuellen Platz zu schaffen. Dazu bekommt jeder Künstler ein eigenes Heft, auf dessen Vorderseite jeweils ein Ausschnitt des Kunstwerks zu sehen ist. Die Farbigkeit dieser unterschiedlichen Ausschnitte erzeugt durch die ausgestanzte Typografie in der Graupappe jeweils ein unterschiedliches, individuelles Bild.

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Typodarium 2012 ist da!

Wie jedes Jahr freuen wir uns über das kleine aber feine Druckwerk aus dem Verlag Hermann Schmidt Mainz und auch in diesem Jahr könnte das TYPODARIUM – der Abreisskalender für den echten „Typolover“ – das erste Produkt sein, dass Ihr diesmal schon im August frühzeitig in die noch leere Kiste in Eurem Schrank stellt um es dann an Weihnachten Eurem/Eurer Liebsten unter den Baum zu legen. Für das Jahr 2012 greifen Lars Harmsen und Raban Ruddigkeit mit voller Wucht in den Farbtopf mit der Aufschrift „Pussycolor“ – womit die Geschlechterfrage auch schon geklärt ist – Geile Fonts und Mädchenfarbe, für jede/n ist also was dabei.

Im Editorial lese ich, dass 2011 das erste Mal eine Jury darüber entschieden hat, welche Fonts 2012 in den Kalender kommen. Dies kann als klares Zeichen dafür gewertet werden, dass wohl immer bessere und vorallem immer mehr Fonts jedes Jahr eingereicht werden … das freut uns natürlich sehr – zeigt es doch, dass die Typoszene vielleicht sogar auf dem besten Wege zu einer neuen Hoch-Zeit ist.

Letztes Jahr habe ich hier angemerkt, dass eine Angabe über das verwendete Papier fehlte – dies wollte der Verlag für das kommende Jahr ändern – leider konnte ich auch diesmal keine Angabe dazu finden. Die Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs informierte sich jedoch bei der Langenscheidt-Druckerei und erfuhr, dass dort für den Druck des Typodariums ein Standard-Rollenpapier ohne Namen verwendet wird. Standard – ohne Namen – nagut – hier wäre es schön, wenn die Produzenten oder Verleger für das kommende Jahr die Chance beim Schopf ergreifen würden und vielleicht auch bei diesem Printprodukt (wenn es auch ein knapp kalkuliertes Produkt ist) den interessierten Typografen zeigen, was Papier so alles kann und wie reinweiß und haptisch aufregend im Jahr 2013 ein 100% Recyclingpapier sein kann. Denn immerhin wird hier ein Wegwerfprodukt vertrieben, bei dem jeden Tag ein kleines Blatt Frischfasern in irgendeinen Abfalleimer wandert. Es sei denn man nutzt die Sammelbox und hebt die Typokunstwerke auf!

Typodarium 2012

  • The Daily Dose of Typography
  • Abreißkalender zum Aufstellen oder Hängen
  • mit 366 Fonts von 252 Designern aus 32 Ländern und allen Feiertagen dieser Länder
    384 Blatt, zweiseitig bedruckt, schwarz und leuchtendes Magenta Format 8,5 x 12 cm, Verpackt in einer Sammelbox zum Archivieren der Schriftmuster
  • 16,80 €
  • www.typografie.de

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Good Goods?

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Wir danken Astrid Lorenzen für Ihren Gastbeitrag – eine Rückschau auf die goodgoods Messe für nachhaltigen Konsum 2011 in Hamburg

Vom 27. – 29.05. fand zum ersten Mal die goodgoods Messe für nachhaltigen Konsum in den Hamburger Messehallen statt. Mit 94 Ausstellern, davon viele Startups, hat sie einen Überblick über verschiedenste nachhaltiger Produkte gegeben. Schwerpunkte waren Fashion, Lebensmittel und Design. Institute wie EPEA, Dienstleister, Ökobanken wie die GLS Bank waren ebenso wie allgemeinnützige Vereine wie Viva con Agua oder BAUM vertreten.
Mit 10.000 Besuchern in den drei Tagen war die Messe gut besucht, was wohl nicht zuletzt an der Pressearbeit und der Ausgabe von zahlreichen Freikarten gelegen haben kann.

Bei dem Gang durch die Halle, fiel die große Anzahl an Limonadenanbietern auf: Fritzkola, Bios, Bionade und Lemonaid/Charitea. Bei Lemonaid gab es die Möglichkeit seine eigene Limonade aus den Originalzutaten Limetten, Rohrzucker (beides Fairtrade) und Wasser (Viva con Agua)selbst zusammenzumischen. Auf dem Fashion Cube, einem großen Sperrholzkubus um das ein Baugerüst aufgebaut war, fanden Schauen diverser Ecofashionlabel (u.a. Otto und Recolution) statt. Für Kinder gab es eine Bastelfläche und auf dem Forum konnte man sich Diskussionen und Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit anhören. Einzelne Aussteller stellten sich Fragerunden.

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Materialrevolution – Für eine nachhaltigere Zukunft

Mandeln

Vor ein paar Tagen bekam ich Post von Astrid Lorenzen aus Hamburg und sie bat mich auf folgende Veranstaltung hinzuweisen:

Sascha Peters, Autor des Buches „Materialrevolution“ sowie der Materialseite in der FORM kommt am 17.06.2011 nach Hamburg, um über neuartige und nachhaltige Materialien in Architektur und Design zu sprechen.

Schaumstoff aus Pilzen, Mode, die durch Bakterien organisch wächst, oder Fahrräder mit Bambusrahmen: Da inzwischen klar sein sollte, dass uns viele Rohstoffe zukünftig nur noch in begrenztem Rahmen zur Verfügung stehen, werden wir aus den Labors überhäuft mit neuen Materialien und Werkstoffkonzepten. Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde und für Politik wie Industrie das Zauberwort für eine bessere Zukunft. Wir stehen kurz vor einem gravierenden Wandel unserer Produktkultur, denn der umweltverträgliche Umgang mit Werkstoffen und das Denken in Materialkreisläufen ist bei uns als Konsumenten angekommen und wird in vielen Bereichen gar vorausgesetzt.

Designern und Architekten kommt im Zusammenhang mit dem Wandel der Material- und Produktkultur eine besondere Verantwortung zu. Denn sie sind es, die bei ihren Projekten die Auswahl der eingesetzten Werkstoffe treffen und damit entscheidenden Einfluss auf die Nachhaltigkeit unserer Produktwelt nehmen. Dr. Sascha Peters gibt mit seinem neuen Buch “Materialrevolution” einen Überblick zu den aktuell am Markt verfügbaren Materialien. Im Vortrag gewährt er einen Blick in die spannendsten Entwicklungen und zeigt auf, mit welche Werkstoffinnovationen wir die Zukunft in eine nachhaltigere Welt gestalten werden.

Vortrag „Materialrevolution – Für eine nachhaltigere Zukunft“

17. Juni 2011
betahaus Hamburg
ab 19:00 Uhr


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Kläre – Gemüseglück auf dem Balkon


»Kläre« ist ein Hügelbeetkasten, entstanden als Abschlussarbeit der ecosign von Anna Fankhaenel. »Kläre« orientiert sich in der Form an einem Hügelbeet aus der Permakultur, dadurch ergeben sich nicht nur Vorteile wie einen guten Wasser- und Wäremhaushalt um selbst in kühleren Jahreszeiten Gemüse zu ernsten, sondern die Form bietet auch fast doppelt soviel Anbaufläche wie ein handelsüblicher Blumenkasten.
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It’s a Book!

Simpel und wahr, daher ohne jeden weiteren Kommentar:

Das nun auch auf deutsch erschienene Druckexemplar ist in jeder gut sortierten Buchhandlung um die Ecke (für 6,90 Euro) erhältlich.

( »ecolog gefällt das!« )


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Film: ecosign Semesterpräsentation im Cinenova

Wir freuen uns einen kurzen Film über die letzte Semesterabschlusspräsentation im Februar 2011 zeigen zu können. Zwei mal im Jahr präsentieren die Studenten der ecosign im Kölner Kino „Cinenova“ vor einem großen Publikum ihre besten Arbeiten des vergangenen Semesters. Auch zum Beginn des Jahres 2011 waren wieder viele gute Arbeiten dabei und wie üblich wurde am Ende der Veranstaltung der Froschkönig – der Preis für die innovativste Arbeit zum Thema Nachhaltigkeit – von der Akademieleitung an einen Studenten verliehen.


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Versorger sind Versager

Während in Japan ein Naturereignis mit schwerwiegenden Folgen zeigt, dass die Atomlobby und die Atompolitik seit Jahrzenten scheitert und der Bürger zunehmend resigniert — versucht Angela Merkel (Atompolitikerin und Kanzlerin) es mit dem Bonbon einer Untersuchung aller deutschen Meiler in der Hand zu halten.

Tobias Riedl von Greenpeace dazu:

Der Unfall in Japan zeigt, dass Atomkraft nirgends beherrschbar ist. Auch in Deutschland kann jederzeit ein schwerer Unfall passieren – es müssen nur mehrere negative Ereignisse zusammenkommen. Deshalb fordert Greenpeace von der Physikerin Angela Merkel, jetzt umzudenken und mit der Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke einen schwerwiegenden Fehler ihrer Amtszeit zu korrigieren.

Es entsteht national wie international eine neue Debatte um die Sicherheit von Atommeilern! Wir brauchen aber keine Debatte ohne Resultate und Einsicht! Seit mehr als 30 Jahren ist klar was Soziale, Ökologische und Ökonomische Verantwortung bedeutet und dass zukünftige Energiefelder neu definiert werden müssen! Auf die Straße — Abschalten — Mensch sein!

Wir möchten aufrufen der Initiative von linksunten zu folgen:

Am Montag, den 14. März von  17:00 – 20:00 Uhr auf dem Rudolfplatz in Köln aktiv gegen Atompolitik und Atomlobby zu agieren.

Eindrücke von der Demo: http://www.youtube.com/watch?v=UE4KAqxArNE


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Proportion trifft Proportion

ecolog_meurer_proportionen_07.jpg

Im Wintersemester 2010/2011 beschäftigte sich Selina Meurer an der ecosign unter der Leitung von Dipl. Des. Uwe Boden mit den Proportionen von Schrift und Körpern.

Dazu schreibt sie:

Manche Schriften sind wie Menschen. Die einen sind gradlinig und streng konstruiert, die anderen wirken eher schräg und verspielt.

Es gibt auch Schriften, wie die der Renaissance deren Proportionen natürlich und sehr lebendig sind. Das liegt daran, dass sie über ihre Erscheinung hinaus eine grundlegende Gemeinsamkeit mit dem menschlichen Körper haben. Sie genießen dasselbe Proportionsverhältnis: Das Harmoniegesetzt des Goldenen Schnitts.

Projiziert man die Formen einer Renaissanceschrift wie der Jenson auf den Mensch, so sieht man wie sich beide ergänzen und neue Formen entstehen. Diese Schriftprobe visualisiert die Verwandschaft der venezianischen Renaissanceantiqua mit der Körperlichkeit des Menschen. Neben der Bildsprache kommt die Typografie in einem integrierten Leporello zu Wort und erzählt die Besonderheiten der Adobe Jenson in Schnitten, Zeichen und Proportionen.

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Scharfsinn

Zu diesem Thema veranstalteten Frauke Schneider, Anna Jaissle und Julia Kröll ein Experiment, dass verschiedene Sinne anspricht und doch die selbe Ursache hat: Schärfe.

Scharfsinn – so lautete das letztjährige Motto für die Veranstaltung anlässlich des UNESCO Welttages der Philosophie an der ecosign/Akademie für Gestaltung. Weiterlesen »


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