3 Tage, 7 Gebäude, 4000 Besucher
Die Kunsthochschule für Medien Köln wurde 1990 gegründet und bietet die Möglichkeit zur
Ausbildung in den Bereichen Film/Fernsehen, Kunst- und Medienwissenschaften,
Mediengestaltung und Medienkunst (Diplom).
Die Studiengänge beinhalten verschiedene Fächer wie Fotografie, Video, Spiel- und Dokumentarfilm, künstlerische Fernsehformate und Animation sowie Kunst im öffentlichen Raum, Architektur, Sound, Klang, Szenographie, Informatik zu Spiel, Programmierung, Code, Theorie und Geschichte der Technik, der Künste, der Medien, der Ästhetik.
Vom 16. – 19.07. lud die Hochschule zur Jahresausstellung ein und öffnete ihre Tore für Besucher und Interessierte.
Öffnen sollten sich auch die Geister, bei der Betrachtung der ausgestellten Kunstwerke, Installationen und Filme. Denn freie Kunst braucht manchmal ein bisschen guten Willen um verstanden zu werden. Recht eindeutig schien im Vergleich das Willkommenszeichen, welches sich beim Eintritt in die KHM bot.
Der Besucher wurde von einer Horde glitzernder und funkelnder Arschkriecher begrüßt. Die Installation von Evelina Balca trägt den Namen „Enhancement“ und war mit dem Standort im Innenhof des Gebäudes ein Empfang der besonderen Art.

Kaum hatte man den Fuß in die bunte und etwas verschleierte Welt der freien Kunst gesetzt fand man sich in einer Vielzahl von Medien, Situationen und Welten wieder.
Von fremden Klängen in Verbindung mit von der Decke hängenden Kautschuk bestrichenen Platten, über durch die Blume sprechende Fotografien, bis hin zu komplett zensierten Werbefilmen hatte der Besucher ein unheimlich breites Spektrum an Kunstobjekten zu betrachten.



Auch Eigeninitiative war gefragt. In der 2-Kanal-Videoinstallation von Alexander Partl, mit dem Namen „Bild der Stadt“ sollte der Besucher aktiv werden und wurde dafür mit einem eigenen Kopfkino belohnt:

Anleitung

Searcher in the dark

Blick aus dem eigenen Kopfkino
Eine Nummer größer und im Sitzen ging es im hauseigenen Aula-Kino weiter. Die Highlights der Ausstellung waren für die meisten Besucher die pausenlos laufenden Filmprojekte der Studenten. Ob freies Projekt oder Diplomarbeit, die Qualität und Bandbreite der Filme war beeindruckend. Ein großer Vorteil für alle „Kunst-Unwissenden“ war die sehr große Zugänglichkeit sowie die kurze Vorstellung der Filme durch eine Moderatorin. Im Anschluss an die Vorführungen fanden teilweise kurze Interviews mit den Regisseuren der Werke statt, welche dem Besucher einen Einblick in die unterschiedlichen Themen und Techniken vermittelten.
Zweimal täglich wurden ebenfalls Führungen für die restliche Ausstellung angeboten, der ich im Nachhinein vielleicht besser beigewohnt hätte. Denn nicht nur die vielen Standorte und Räumlichkeiten der Hochschule waren alleine schwierig zu finden, auch eine Einleitung oder Erläuterung hätte bei der Betrachtung, des ein oder anderen Werkes sicherlich geholfen. Zum Beispiel ließ sich bei dieser Rauminstallation nur vermuten, dass es sich hierbei nicht um ein Kunstwerk handelte. …sicher bin ich mir bis jetzt nicht.

Abschließend sei gesagt, dass sich der Besuch der Jahresausstellung wirklich gelohnt hat.
Zum Einen, um sich mal wieder an die Frage nach dem Unterschied zwischen Kunst und Design zu erinnern und zum Anderen, um diese Frage ganz individuell für sich beantworten zu können.


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