Ein paar Worte zu den Visitenkarten für das ecolog

ecolog berichtet regelmäßig über Gestaltung und Gestalter. Wir sind selber angehende Designer und finden es interessant, lehrreich und wichtig, mit prüfendem Blick auf Schaffen und Werk der Branche (und damit auch auf uns selbst) zu schauen. Diesen Blick sehen wir als wesentliches Element des Berufsbilds an. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei, hinterher weiß man immer mehr und ein Fehler ist bekanntlich auch nur dann einer, wenn man ihn ein zweites mal ›begeht‹. Unsere Leserschaft und so auch der gegenseitige Austausch sollen daher gerne wachsen. Auf Papierresten gedruckte und händisch geschnittene Visitenkarten sollen eco-log.de nun bekannter machen.


So wie jeder Kunde, jedes Produkt, streng genommen auch jedes Druckverfahren, ja jedes Projekt im Ganzen nach einer eigenen spezifischen Gestaltung verlangen, so beinhaltet dies auch eine individuelle (dem Projekt angemessene) Papierauswahl. Seit neun Jahren beziehe ich projektbezogen Muster von Papierherstellern oder horte Bögen feinster Sorten aus Papeterien und hebe auf, was mir sonst noch in die Finger sowie vor die Augen fällt. Meine eigene kleine aber feine, private Papier-Bibliothek ist die Folge dieser Sammelleidenschaft haptischer Genüsse. Jeder hat wohl ›Papierreste‹ solcher Art bei sich zu hause – ich nun wieder sehr viel weniger …
Im Falle der Visitenkarten für unser Online-Blog nämlich, verlangt es thematisch bedingt nicht nach einem ganz bestimmten Papier, auch nicht zwingend nach einem Öko-Papier. Vielmehr dachten wir uns, dass unsere Visitenkarten sich dazu eignen, einen kleinen Querschnitt durch die Vielfalt der erhältlichen Papiere zu geben. Aus meinem Bestand trug ich also zusammen, was sich mehr oder weniger unkompliziert durch einen A4-Drucker schicken lässt; und was nicht passt, wurde gegebenenfalls passend gemacht.

Das Ergebnis: ecolog-Visitenkarten auf einundzwanzig Papiersorten, darunter sechsundzwanzig Farben bzw. Tönungen, in zehn unterschiedlichen Grammaturen. Zeichen-, Office-, Feinst-, Öko- und Natur-Papiere. Glatt, strukturiert, liniert oder mit Faser-Einschlüssen; aktuelle und teilweise schon gar nicht mehr produzierte Sorten. Darunter Klassiker der Geschäftsausstattung, genauso wie das heute exotisch-kultige (und eigentlich nicht für Visitenkarten geeignete) DDR-Millimeterpapier.
Einige weitere Beispiele aus dem Spektrum
Alezan Cult Caméléon 135 g/qm (Gmund)
Conqueror Sesam 300 g/qm (Römerturm)
Dalì Insize 200 g/qm (Igepa)
Munken Pure 400 g/qm, FSC-Mix (Arctic Paper)
ResaOffset 250 g/qm, aus 100 % Altpapier (Igepa)


Das immer gleiche Motiv kann sich hier also auf den verschiedensten Untergründen beweisen und uns zeigen, mit welchen von ihnen es ›zusammenspielen‹ mag, und mit welchen nicht, auch wenn das für uns einen zeitaufwändigen, ständigen Papier- und Druckjob-Wechsel bedeutete. Mit einem Zehner-Nutzen ließen sich die A4-Bögen optimal ausnutzen. Die höchsten Grammaturen (330–400 g/qm) wollte der Drucker zwar nicht sofort ›schlucken‹, aber das war uns egal, ›geschlagen und getreten haben wir ihn, bis er endlich einsah, dass es einfach sein muss‹. Die Grammaturen und Namen der Papiere sowie ihrer Hersteller, sofern noch nachvollziehbar, haben wir auf der Rückseite der Visitenkarten jeweils mit eingedruckt. So haben alle was davon und der Digitaldruck konnte seine Stärke (individualisierte Kleinauflagen) mal richtig ausspielen. Unsere Visitenkarten werden wir ab sofort auslegen bei themenverwandten Veranstaltungen, Messen, Ausstellungen usw.
Karsten Rohrbeck
Für den deutschsprachigen Raum relevante Papierhersteller und -händler
für Offset-, Office- und Feinstpapiere (Sortierung alphabetisch & ohne Wertung)
http://www.deutsche-papier.de/
http://www.schneidersoehne.com/



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ich finds wundervoll. auf “einfache” weise einen gedanken vermittelt und gleichzeitig den sammelbegeisterten nerds was zum spielen gegeben. Welcher normale Mensch würde sich schon über Visitenkarten freuen, weil sie auch unterschiedlichen Papieren gedruckt sind.
Zum wegschmeissen ist das definitiv nix, love it or leave it.
i love.
wow – das/die ist/sind richtig toll geworden! kann mich thomas nur anschliessen.
Ganz wunderbar, vor allem die Info zum jeweiligen Papier!
Ich habe mittlerweile über die Jahre auch eine ganze Kommode voll mit Papierresten und -proben. Hier wurde das hervorragend und informativ genutzt. Schöne Sache.
Aber Hallo! Ich sehe das genauso, eine nicht nur schöne und zugleich ökologische Idee, sondern auch abwechslungreich, spannende und detailverliebt (wie sich das für unser eins gehört,haha). Wer hätte gedacht, das das alles ion 5 x 8 cm passt..
Sagt bescheid, wenn ihr ‘Flyerverteiler’ braucht!
Chapeau!
super!
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