In seiner Fotoarbeit „Der Städter und das Dorf“ inszenierte sich Johannes Hessel als verschiedene stereotypische Städter in verschiedenen stereotypischen ländlichen Umgebungen.

Dabei kommt es zu einem Zusammenspiel der Person und des Ortes, die auf den ersten Blick nicht zusammen zu passen scheinen. Erving Goffman beschreibt in seinem Buch „Wir all spielen Theater“ wie man Theaterterminologien auf soziale Interaktionen anwenden kann um diese zu analysieren.
Johannes Hessels Inszenierungen kann man in die Bereiche „Erscheinung“ der Person und das „Bühnenbild“ aufteilen, wie Goffman das Auftreten des Handelnden und den Ort an dem er sich befindet, nennt.
Goffman erklärt, dass die Menschen damit erwarten, dass die „Erscheinung“ und das „Bühnenbild im Einklang sind. So ist es für uns nicht ungewöhnlich einen Geschäftsmann in einem Büro zu sehen. Allerdings beschreibt Goffman weiter, dass eine Disharmonie zwischen „Erscheinung” und „Bühnenbild“ mehr ins Auge fällt und Aufmerksamkeit erregt.
Mit Hilfe dieser Tatsache erzeugt Johannes Hessel in seinen Bildern Spannung, da Person und Handlungsort scheinbar nicht miteinander harmonisieren. Auf diese Weise werden Klischee und Vorurteile der Städter gegenüber den Dörflern und umgekehrt genauer wahrgenommen.
Johannes Hessels Fotos sollen so zwar auf den ersten Blick amüsieren, auf den zweiten
Blick jedoch auch den Rezipienten mit seinen eigenen Stereotypen und Vorurteilen konfrontieren.














Abschlussarbeit von Johannes Hessel
http://www.johannes-hessel.de


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