Diplomfilm „Corpus Delicti“ von Kerstin Gerhards – Abschlußarbeit zum Thema Geschlechterroutinen.
Die zentrale Frage der Arbeit ist die nach dem „Wer bin ich?“. Es geht um Identität, Geschlecht und um die Körperlichkeit des Menschen.
Fragen die hierbei aufgeworfen werden:
Was ist Geschlecht? Was bedeutet es, ein Geschlecht zu haben, einem Geschlecht anzugehören oder zugeschrieben zu werden? Welche Stereotypen und Vorurteile sind mit den Bildern von Männlichkeit und Weiblichkeit verbunden? Was passiert, wenn man in die vorgegebenen Muster nicht passt? Wie sehen Überschreitungen der Geschlechtergrenzen aus, und was haben diese Grenzgänge zur Folge? Wie drückt sich das Geschlechterverhältnis in der Körpersprache aus? Macht der Körper das Geschlecht oder macht das Geschlecht den Körper?
Die Gesellschaft „das Raster bzw. den Konstruktionsrahmen der individuellen Identität vor. Wie ich mich selbst sehe und wie ich meine Identität bilde hängt von den herrschenden Bildern ab, die eine Gesellschaft anbietet. Hinter diesen Bildern stehen Normen und Werte, die vorgeben, was allgemein erwartet wird, was als normal gilt, und umgekehrt, was als abweichendes Verhalten angesehen wird.
In meinem Film spiele ich mit eben diesen Erwartungen an die Eindeutigkeit von Geschlecht.
Inhalt des Filmes
Der Film erzählt keine lineare Geschichte. Es handelt sich um fragmentarische Begegnungen zwischen zwei Menschen, die aufgrund von Ganzkörperanzüge, die sie tragen nicht sofort als männlich oder weiblich einzuordnen sind. Sie agieren in geschlechtstypischen Posen sowohl miteinander als auch isoliert. Sie wechseln ständig ihre Rolle. Der Wechsel des Geschlechts geschieht durch den Wechsel des Anzuges. und durch den Wechsel der Posen. Durch den ständigen Wechsel weiß der Zuschauer immer wieder nicht, wie die Darsteller aktuell einzuordnen sind. So kommt es zu einer permanenten Irritation Dadurch zeigt der Film, wie schwierig es für den Betrachter ist, Identität einer Person zu bestimmen, wenn die üblichen und erwarteten Signale fehlen und oder absichtlich manipuliert werden.
Der Ganzkörperanzug
Mit Hilfe der komplett geschlossenen Ganzkörperanzüge werden geschlechtstypische Merkmale so weit wie möglich ausgeblendet. Dadurch wird von dem jeweiligen Individuum abstrahiert, so dass Schlüsse auf die Identität erschwert oder ganz unmöglich gemacht werden. Mimik, Kleidung und Alter werden hinter einer Maskierung versteckt. Dadurch liegt die Konzentration auf den körperlichen Aktionen der Darsteller. Typische Merkmale, die sonst zur Entschlüsselung des Geschlechts dienen, werden weitestgehend auf die Körpersprache reduziert und somit der Blick des Betrachters dahingehend konzentriert. Der Träger wird so anonymisiert und entpersonalisiert.
Ziel der Arbeit
Aufdeckung der Konstruktion von Geschlecht und Identität, indem eindeutige Gechlechterzuweisungen irritiert und parodiert werden. Der Film zeigt, wie schwierig es für den Betrachter ist, die Identität einer Personen zu bestimmen, wenn die üblichen und erwarteten Signale fehlen oder absichtlich manipuliert werden.













Cooles Thema, interessante Herangehensweise.
Gänsehaut, Überraschung, Erkenntnis
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sehr coole sache!
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