Auf Antje Julius bin ich schon vor einiger Zeit mit ihrer KISD-Diplomarbeit „Stadt in Zahlen“ aufmerksam geworden. Jetzt, nach ihrem Studium, entwickelte sie ein neues Projekt, wo sie sich Stoffe zusenden lässt und daraus kostenlos neue Kreationen schafft und diese zurücksendet. Dazu habe ich ihr ein paar Fragen gestellt.


Antje, wer bist Du und was hast Du in der Vergangenheit gemacht?
Mein Name ist Antje Julius, ich bin 26 Jahre alt und lebe und arbeite als Dipl. Designerin (FH) in Köln. Nach meiner Ausbildung zur Mediengestalterin habe ich 2002 mein Design-Studium an der FH Köln begonnen und dieses 2008 erfolgreich abgeschlossen. Danach habe ich ein paar Monate bei in einem Designbüro in Stockholm gearbeitet, bin dann aber Ende 2008 nach Köln zurückgekehrt und arbeite seitdem in einer kleinen Agentur für Unternehmenskommunikation in Festanstellung.
Was hat sich aus deinem Diplom „Kölner Statistiken“ für Dich noch ergeben, wie ging es danach weiter?
Die Arbeit hat vor allem beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln großen Anklang gefunden, denn das war mal so etwas “ganz anderes”, wie man dort fand. Daraufhin hat man sich da entschlossen, die Arbeit in fast unveränderter Form als Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum in einer Auflage von 2.000 Stück herauszubringen. Ich glaube mittlerweile sind auch fast alle Exemplare vergriffen. Seitdem hat sich daraus nicht mehr viel Neues ergeben, aber es wäre denkbar, eine ähnliche Publikation entweder noch einmal für Köln oder auch andere Städte zu konzipieren. Vielleicht findet sich ja für ein solches Projekt ein passender Verleger.
Was hat es mit „Zeigt her Eure Kleider“ auf sich, wie kamst Du auf die Idee?
Auf die Idee hat mich eigentlich eine Freundin gebracht, wenn auch unbewusst. Wir hatten aus alten Stoffresten etwas genäht und sie hatte zu fast jedem Stoff eine kleine Geschichte und schwelgte unentwegt in Kindheitserinnerungen. Da ist mir bewusst geworden, dass man mit alten Stoffen so viele Erinnerungen und Geschichten verbindet, die dem Stoff eine ganz eigene Wertigkeit verleihen. Leider kann man aber oft mit alten Kleidungsstücken nichts mehr anfangen und im schlimmsten Fall, oder wenn sie nicht mehr für die Kleiderkammer taugen, schmeisst man sie weg. Und daher dachte ich mir, dass diese Stoffe eine zweite Chance verdient haben. Das besondere an dem Projekt ist auch, dass der oder die EinsenderIn vorher nicht weiss, was aus den Stoffen wird.

Wie reagieren die Leute auf die Aktion – bekommst Du viele Einsendungen?
Im Moment steht das Projekt noch ganz am Anfang und ist leider noch nicht sehr bekannt. Aber ein paar Interessentinnen (es sind tatsächlich hauptsächlich Frauen) haben mir schon Sachen zugeschickt. Und die Resonanz, sowohl auf das Projekt, als auch auf die Ergebnisse, sind bisher durchweg positiv.
Zeig uns bitte ein paar eingesendete Stoffe und deine Kreationen.
Leider habe ich bisher versäumt, die eingesendeten Stoffe vorher zu fotografieren, auf diese Idee brachte mich erste Kirsten Brodde von www.gruenemode.de. In Zukunft werde ich das aber ausführlicher dokumentieren.

Hast Du noch andere Projekte in Planung?
Bisher nicht, ich will erstmal schauen, wie sich dieses Projekt entwickelt und was sich vielleicht daraus noch ergibt. Aber wie oben schon erwähnt, liegt das Projekt weiterer Statistikbücher auch immer noch irgendwo in einer Schublade.
Was bedeutet für Dich „Nachhaltigkeit“?
Dieser Begriff birgt so viele Facetten und Definitionen, aber für mich sind im Zuge des Projektes vor allem zwei Aspekte wichtig und interessant. Die erneute Verwertung von gebrauchten Materialien verhindert zum einen, dass diese entsorgt und durch Neuproduktionen ersetzt werden müssen. Zum anderen besteht für mich die Herausforderung von nachhaltigem Design aber auch darin, Dinge zu erschaffen, die für den Besitzer einen so hohen Wert haben, dass sie von ihm lange erhalten und gemocht werden.
Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?
Ha, mir fällt es schon schwer mich irgendwo in 10 Minuten zu sehen, daher mache ich hier besser keine Prognose. Aber wer weiss, vielleicht findet meine Idee ja soviel Anklang, dass ich in zehn Jahren nur noch an der Nähmaschine sitze und alte Stoffe recycle. Das dann aber am liebsten irgendwo mit Meerblick …

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und wir werden uns sicher bald wiedersehen/hören.
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Antje wünscht sich mehr Einsendungen!
Also, liebe Leser, zeigt her Eure Kleider und sendet sie an Antje!
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Links
- http://zeigthereurekleider.wordpress.com/
- http://www.stadtinzahlen.de
- http://www.ksta.de/html/artikel/1238966900174.shtml
- http://farbwolke.de/stadt-in-zahlen-infografiken/


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Die Idee und der Elan sind wirklich super! Ich könnte mir wirklich vorstellen, dass dieses Projekt seine Wellen schlägt. Viel Erfolg*
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